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Die Christuskirche in Duisburg Neudorf

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erb. nach Friedrich Ratzel, Karlsruhe
Blick von Südosten,
Zustand vor dem Krieg 1908.
Kurzer historischer Abriss
der Christus-Kirche Duisburg-Neudorf


Die 1895 eingeweihte Lutherkirche war als gemeinsame evangelische Gottesdienststätte für die Stadtteile Duissern und Neudorf projektiert worden. Aufgrund ihrer Lage in Duissern und dem starken Anwachsen der Bevölkerung in Neudorf konnte sie allerdings dieser Rolle nicht gerecht werden. Bereits 1898 diskutierte das Presbyterium Pläne, ein eigenes Kirchengebäude für Neudorf zu errichten. Nach Gründung der siebten Pfarrstelle innerhalb der evangelischen Gemeinde Duisburg konnte 1901 der Gemeindeteil Neudorf-Duissern in zwei Pfarrbezirke geteilt werden. Gottesdienste für den Pfarrbezirk Neudorf fanden zunächst im Neudorfer Gemeindehaus statt.

Im gleichen Jahr schrieb die Gemeinde für den projektierten Kirchenneubau einen beschränkten Architektenwettbewerb aus, an dem sie die Professoren Ratzel, Karlsruhe, und Frentzen, Aachen, Baurat Otto March, Charlottenburg, sowie den Architekten Maack aus Rheydt beteiligte. Otto March hatte zuvor die Pläne für die Lutherkirche in Duissern entworfen, Friedrich Ratzel war durch den Neubau des Duisburger Rathauses hervorgetreten. Aufgrund eines Gutachtens von Friedrich von Thiersch bestimmte die Gemeindevertretung schließlich den von Friedrich Ratzel vorgelegten Entwurf (siehe unteres Bild) zur Ausführung. In der Folgezeit stellte sich allerdings heraus, daß der vergleichsweise aufwendige Werksteinbau innerhalb der vorgesehenen Bausumme von 325.000 Mark nicht zu errichten war. Die Gemeinde reagierte hierauf mit einer Verringerung des Bauumfangs von ursprünglich 1.050 auf 850 Sitzplätzen

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Entwurf von Friedrich Ratzel
An das Hauptschiff, dessen Abschluss durch einen Renaissance-Giebel markiert ist, schließt sich nach Osten ein Pseudo-Chor an. Ein sakraler Effekt stellt sich durch ein aus der Ostwand heraustretendes großes blindes Rundbogenfenster, das eine Art flache Apsis bildet, ein. Wie aus dem Grundriß ersichtlich ist, nimmt dieser Osttrakt, neben dem Chor auch noch Sakristei und ein Besprechungszimmer auf. Der Platz über diesen Räumen wird in der Kirche als Orgelempore genutzt.

Der Turm steht in der Südostecke des Kirchbaus. Er verbindet den Choranbau im Osten mit dem Seitenschiff im Süden, sodaß sich insgesamt ein rechteckiger Grundriß ergibt.
Das oberste Turmgeschoß ist klassisch im Sinne des Renaissance-Charakters des Baus gestaltet. Die rundbogen Fensterpaare werden durch Halbsäulen, die auf einem Sockel ruhen, umrahmt, auf denen das nach oben abschließende, schwere Gebälk ruht.
Das Turmdach selbst ist in der Form einer mehrfach abgestuften barocken Haube gestaltet, in die eine achtseitige Laterne einbegriffen ist.

Die Südseite der Kirche ist zum weiten Marktplatz hin als Schauseite gestaltet. Während an der Südostecke der Turm eine starken Akzent setzt, wurde als ein Gegengewicht der Treppenaufgang an der Südwestecke besonders hervorgehogen.
Zwischen Turm und Risalit im Westen erstrekt sich das einzige Seitenschiff, dessen Wand durch vier große Fenster rhythmisch gegliedert ist.

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Der Risalit im Westen ist als Gegengewicht zum Turm konzipiert. Das Treppenhaus tritt aus der Flucht im Süden heraus. Über diesem erkerartigem Vorsprung erhebt sich ein Giebel, dessen Seiten wie in der Renaissance üblich, geschweift sind.

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